Kurs-Nr: H-EAGK 18/ 01

Aggressive Kinder? Systemische Bewältigungschancen [10 FP]

Leitung: Anton Hergenhan/Dipl. Psychologe, system. Individual-, Paar- und Familientherapeut
Kursgebühr: 120,00 €
Beginn: 24.06.2018
Ende: 24.06.2018
Zeiten: 09.00-17:00 Uhr
Status:  (offen) DRUCKEN

 

Kinder beleidigen sich, Kinder schlagen sich. Kinder beleidigen und schlagen auch Erwachsene: eine Wirklichkeit, die für viele Therapeuten, pädagogische wie psychologische Fachkräfte, für Eltern und Lehrkräfte zum harten Alltag gehört. In Therapiesettings unterschiedlichster Zielsetzung lauert das unleugbaren Faktum: Verhaltensauffälligkeiten von Kindern nehmen zu, vor allem Aggressionen. Die Fortbildung will im dialogischen Austausch zwischen Teilnehmern und Referenten untersuchen, wie die Begegnung mit Kindern so gestaltet werden kann, dass verbale wie tätliche Aggressionen aufhören.

 Begegnungen mit Kindern werden wesentlich durch unsere Sprache gestaltet. Darum liegt im Zentrum der Fortbildung die seitens therapeutisch pädagogischer Fachkräfte oft gestellte Frage: "Wie spreche ich mit Kindern, die sich übel beschimpfen und aufeinander losgehen?“

Gespräche mit aggressiv auffälligen Kindern sind nicht einfach. Schnell werden Erwachsene zurückgewiesen, wenn sie mit dem erhobenen Zeigefinger moralische Imperative formulieren.

Konkrete systemische Dialogbeispiele werden zeigen, wie Erwachsene auch renitent erscheinende Kinder und Jugendliche erfolgreich zu Kommunikation und Korrektur einladen.

 Systemische Bewältigung aggressiver Verhaltensauffälligkeiten geschieht nicht in antiautoritärem Stil. Der Austausch mit Kindern setzt auf Beziehung, in der gegenseitiger Respekt möglich ist. Darum werden Beschimpfungen oder tätliche Angriffe auf keinen Fall toleriert. Der Erwachsene erhebt einen Führungsanspruch, der dem Kind Orientierung bietet und ihm zugleich Wertschätzung zollt. Respekt vor dem Kind und entschlossene Grenzsetzung gegen Gewalt sind keine Gegensätze. Das Kind darf erleben: Die eigene Freiheit muss dort vorsichtig werden, wo die Freiheit des anderen beginnt. Die Fortbildung wird diesen wichtigen Kernpunkt therapeutisch pädagogischen Arbeitens plausibel und praktikabel ausfalten.

 

Die Lösungsorientierung ist ein tragender Baustein im Gefüge systemischen Denkens und Handelns. Systemiker sprechen lieber über Lösungen als über Konfliktgründe. Ursachenermittlung, also die Frage, warum es zu Streit und Auseinandersetzung kam, steht der Lösungsarbeit oft im Weg. Die Frage, warum Kinder sich aggressiv verhalten, gehört nicht zu den Methoden systemischen Arbeitens. In der Fortbildung wird genau erläutert, inwiefern die Analyse von Kausalzusammenhängen hinderlich wirken kann. Kinder hören also keine Warum-Fragen. Konstruktiv werden sie zur Reform ihres Verhaltens angeregt: Sie sprechen darüber, wie sie künftig friedlich miteinander umgehen und welche Lösungsgedanken sie selbst entwickeln und umsetzen können.

 

 

·          Praxisorientierung an Fallbeispielen der Teilnehmer

·          Schaffung von Lösungsoptionen

 

 

Anton Hergenhan

Dipl. Psychologe, system. Individual-, Paar- und Familien

therapeut

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